Materialidentifikation im Wareneingang gemäß GMP

Die Aufgabe

In der Entwicklung und Produktion pharmazeutischer Produkte müssen höchste Sicherheitsanforderungen eine durchgehend höchstmögliche Qualität für alle Produkte und Prozesse sicherstellen. Auch müssen Anfragen von Kunden und Institutionen beantwortet und nicht zuletzt auch Auflagen von Behörden oder die GMP-Vorgaben erfüllt werden.

Für die Qualitätsprozesse der Sandoz Pharma in Kundl ist es wichtig, unbekannte Substanzen in jedweder Darreichungsform (Pulver, Flüssigkeit etc.) schnell und fehlerfrei zu identifizieren. Werden Materialchargen bei der Anlieferung vom Lieferanten in einzelne Gebinde unterteilt, muss jedes Gebinde auf seinen Inhalt hin untersucht werden (100% Kontrolle).

Herausforderung ist, Wirkstoffe und Hilfsstoffe nicht nur über Angaben und Informationen auf dem Lieferschein bzw. Etikett, sondern über typische Produkteigenschaften zu identifizieren. Bisher erfolgten solche Tests über Musterzüge und anschließender Analyse in den Q-Labors. Dazu musste das Gebinde zur Entnahme der Probe geöffnet werden.

Der Identtest auf Gebindeebene sollte direkt vor dem Einsatz der Wirkstoffe an der Produktionslinie erfolgen. Um Verzögerungen bei der Weiterverarbeitung der Wirkstoffe (API) und Hilfsstoffe (Excipiens) zu vermeiden, muss die Rückmeldung der Testergebnisse schnellstmöglich an den Operator vor Ort erfolgen. Denn erst wenn sichergestellt ist, dass die Materialen der Spezifikation entsprechen, dürfen diese in der Pharmaproduktion verwendet werden. Bei der bisherigen Dauer der Labortests von durchschnittlich 5-7 Tagen war dies so nicht zu gewährleisten.

Die Lösung

Gefordert war eine Integration der Analysegeräte für den Identtest der Gebinde in die Materialbereitstellung der Produktion und die unterstützenden IT-Prozesse der Produktionsplanung und Steuerung (PPS).
Für die Materialidentifikation wurde die Raman-Spektroskopie als berührungsfreie Analysemethode zur Materialcharakterisierung ausgewählt. Mit der Raman-Spektroskopie werden biologische, chemische und pharmazeutische Proben analysiert.

Ein Raman-Spektrum ist der einzigartige chemische Fingerabdruck eines Feststoffs, einer Flüssigkeit oder eines Gases. Diese Materialien, die aus einer oder auch aus mehreren Komponenten bestehen, werden über ein Raman-Spektrum eindeutig identifiziert.

Besondere Anforderung stellten dabei die behördlichen Auflagen u.a. der FDA dar. Jeder einzelne Identvorgang muss dokumentiert und revisionssicher gespeichert werden, um einen lückenlosen Verwendungsnachweis jedes einzelnen Gebindes sicherstellen zu können. Dabei besteht jeder Identvorgang aus mehreren tausend einzelnen Messpunkten. Das sich daraus ergebende Raman-Spektrum wird mit zuvor gespeicherten Referenzspektren verglichen. So kann eine Messgenauigkeit von weit über 99% erzielt werden, bei einer Messdauer von etwa 5-10 Sekunden.

 

 

Erzielte Ergebnisse

Die Prozesse im Wareneingang wurden auf die neue Technologie umgestellt, sodass der Zeitaufwand von 5-7 Tagen auf 5-10 Minuten reduziert werden konnte.

Die Prozessgenauigkeit oder auch Spezifität (true negative rate oder correct rejection rate) lag im geforderten Range von unter 0,5 ‰.

Die FDA-Anforderungen des GMP (21 CFR Part 11) an elektronische Daten und elektronische Unterschriften werden mit dem implementierten Prozess vollständig erfüllt.

ETL-Prozesse laufen weitestgehend automatisiert ab und nutzen die von den Raman-Spektrometern bereitgestellten Datenfiles und ergänzen diese durch systematische Archivierung und Auswertungsfunktionen.

Die erstellten Berichte erlauben einheitliche Reportingstrukturen und -inhalte und ermöglichen übergreifende Benchmarks u.a. nach Produkten, Lieferanten sowie Verwendungszweck.

Die neuen Prozesse wurden in den Standard Operation Procedures (SOP) eingeführt und in die Einkaufs- und Warenwirtschaftsprozesse integriert. Die Qualifizierungen inkl. der nach GMP erforderlichen Schulungen wurden fristgerecht durchgeführt.

Der neue Materialidentifikationsprozess stand aufgrund der Auflagen der FDA von Anfang an unter hohem zeitlichemErfolgsdruck. Die neuen Prozesse wurden zum geforderten Zeitpunkt eingeführt und lieferten die geforderten Ergebnisse.

Verwendete Technologie

  • DWH (Oracle 10g),
  • Werum MES/MER , SAP MM/QM,
  • Handheld Raman Analyzers von ThermoFisher
  • GMP (21 CFR Part 11)
  • SharePoint, MS Office
  • Datenqualität verbessern 80%
  • Reaktionszeit verkürzen 50%
  • Fehlerquote senken 75%
  • Wertbeitrag steigern 60%

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